Sie ist eine „Institution mit viel Herz“ und eine starke Frau. Jetzt wurde Barbara Lanzinger für ihren jahrzehntelangen nimmermüden Einsatz mit dem Frauenpreis des Soroptimist-Clubs ausgezeichnet. Zahlreiche Gäste nahmen an der Feier teil.
Selbst die ehemalige Bayerische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Emilia Müller hatte es sich nicht nehmen lassen, eigens dafür nach Amberg zu kommen: Am Mittwochabend hat mit Barbara Lanzinger ein „leuchtendes Vorbild für Generationen von Frauen“ und eine leidenschaftliche „Kümmerin“ den Frauenpreis des Soroptimist-Clubs Amberg-Sulzbach erhalten. Dies hatte ihre ehemalige Mitarbeiterin und enge Vertraute Barbara Gerl in ihrer Laudatio deutlich gemacht, in deren Rahmen sie vieles von dem aufzählte, was die Preisträgerin geleistet hat.
Aber auch die weiteren Gäste dieser Feierstunde würdigten das gewaltige Engagement von Frau Lanzinger, die sich nicht nur in ihrer Eigenschaft als Kommunal- und Bundespolitikerin, sondern auch als ausgebildete Sozialpädagogin und Psychologin stets für Frauenrechte und Gleichstellung eingesetzt hat. Zu ihnen gehörte neben Ambergs Oberbürgermeister Michael Fritz und der Clubpräsidentin Susanne Schwab auch die Vizepräsidentin von SI Deutschland Evelyn Zuber, die Barbara Lanzinger als Frau beschrieb, die „nicht nur auf der Zuschauertribüne sitzt, sondern sich einbringt“ und damit „Verantwortung übernimmt, mitgestaltet, Haltung zeigt und dabei nie den Kontakt zur Realität verliert“.
Der Mensch im Mittelpunkt
Damit passe der Weg der Preisträgerin auch sehr gut zu dem, wofür Soroptimist International stehe, verdeutlichte Frau Zuber, die aus Geretsried in dessen Patenstadt Amberg gereist war. Denn gleichzeitig hatte die Vizepräsidentin auch die Aufgabe übernommen, SI als weltweit agierende Nichtregierungsorganisation vorzustellen, die sowohl bei den Vereinten Nationen wie auch im Europarat Konsultativstatus besitzt und damit „Erfahrungen aus der Lebenswirklichkeit von Frauen in die politischen und gesellschaftlichen Debatten“ einbringt.
„Unser Anspruch ist: nicht nur wohlmeinend zu sein, sondern wirksam. Nicht nur zuzuschauen, sondern anzupacken. Nicht nur über Gleichstellung zu reden, sondern sie Schritt für Schritt Wirklichkeit werden zu lassen“, erklärte die Referentin, um festzustellen, dass Barbara Lanzinger genau deshalb im Mittelpunkt dieses Tages stehe: „Weil sie zu den Menschen gehört, die bei ihrem Engagement nicht danach fragen, was ihr das bringt, sondern was sie beitragen kann“.
Dies unterstrich auch Barbara Gerl, die sich in ihrer Laudatio bei der Preisträgerin für ihren „unermüdlichen Einsatz für die Frauen und die Schwachen unserer Gesellschaft“ bedankte und verdeutlichte: „Amberg und der Landkreis verneigen sich vor Dir.“ Zuvor war die langjährige Weggefährtin von Barbara Lanzinger auf deren umfangreiches Engagement eingegangen, das „keinen Feierabend und keine Grenzen kennt“. Hierbei wiederum habe immer der Mensch im Mittelpunkt gestanden, „und zwar konsequent vom Lebensanfang bis zum Lebensende“.
Meilensteine gesetzt
So gingen nicht nur der Notruf beim Sozialdienst katholischer Frauen und die Gründung des Hospizvereins auf die Initiative der Preisträgerin zurück. Auch im Klinikum St. Marien, durch ihre wegweisende Mitarbeit bei Donum Vitae sowie mit ihrem Kampf für die Hebammenversorgung habe Barbara Lanzinger Meilensteine gesetzt. Darüber hinaus führte die Laudatorin noch viele weitere Initiativen auf, die die einstige Stadträtin, Bürgermeisterin und Bundestagsabgeordnete ins Leben gerufen oder unterstützt hat. Dazu gehörten unter anderem ihr Einsatz für die Frauenquote, die Weichenstellung für erneuerbare Energien, die Gründung des Stadtmarketingvereins oder das Amberger Hexentreiben.
Schließlich kam Barbara Gerl auch auf den Gesundheitszustand der Preisträgerin zu sprechen, der nach einem Schlaganfall im letzten Jahr zu schweren körperlichen und sprachlichen Einschränkungen geführt hat, von denen sie sich aber ebenfalls nicht unterkriegen ließ. Dies wiederum bewies die Preisträgerin im Anschluss daran selbst, indem sie sich auf beeindruckende Weise für die Auszeichnung und Unterstützung bedankte und damit einmal mehr demonstrierte, wie sehr sie und ihr Leben durch Mut, Tatkraft und Beharrlichkeit gekennzeichnet sind.