Frauenpreis Soroptimist Amberg-Sulzbach 2024

Sie leistet wertvolle Arbeit, zeichnet sich aus durch großartiges Engagement und setzt sich mit aller Kraft für andere Menschen ein: Dafür wurde die langjährige Vorsitzende des SkF Marianne Gutwein jetzt mit dem SI-Frauenpreis geehrt.

„Wir brauchen Vorbilder, die im Arbeitsleben und im Ehrenamt Orientierung geben, Vorbilder, die für Menschlichkeit stehen, für Durchhaltevermögen, Stabilität, Produktivität und vieles mehr. Du bist ein solches Vorbild für unsere junge Generation.“ Mit diesen Worten würdigte die Präsidentin des Bayerischen Landesfrauenrates Monika Meier-Pojda das Engagement von Marianne Gutwein.  Anlass war die Übergabe des Frauenpreises 2024, den der Soroptimist-Club Amberg-Sulzbach der langjährigen Vorsitzenden des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) für ihre Verdienste um das Wohl von Frauen und Kindern zuerkannt hatte.

Die so von der Laudatorin gelobte Preisträgerin zeigte sich froh und dankbar über diese Auszeichnung, präsentierte sich im festlich geschmückten Ringtheater ansonsten aber genauso, wie man sie kennt. Sympathisch, mit dem für sie typischen Lächeln auf den Lippen, ein wenig aufgeregt und bescheiden wie immer nahm sie den Preis entgegen, um ihn umgehend ihren Mitarbeiterinnen und den Ehrenamtlichen zu widmen, die sie in einem „tollen Miteinander“ in ihrer Aufgabe unterstützen. Auch das Preisgeld von 500 Euro, mit dem dieser Preis dotiert ist, gab sie an den SkF, speziell an den Notruf für Frauen, weiter.

Ebenfalls an diesen Preis geknüpft ist eine Glasskulptur der Amberger Künstlerin Marion Mack, die Marianne Gutwein aus der Hand von Clubpräsidentin Heidi Heckmann entgegennehmen konnte. Auch sie bedankte sich für das selbstlose Wirken der Preisträgerin, die seit mehr als 40 Jahren mit dem SkF verbunden ist: Ab 1981 war Frau Gutwein hier hauptamtlich beschäftigt, 1991 erfolgte der Wechsel ins Ehrenamt, am 19. Juni 2006 wurde sie zur ersten Vorsitzenden gewählt. Diesem Dank schlossen sich Bürgermeister Martin J. Preuß und stellvertretender Landrat Stefan Braun an, denen es eine „Freude und Ehre“ war, an dem Festakt teilzunehmen.

Von Respekt und großer Freude geprägt war auch die Laudatio von Monika Meier Pojda, die Marianne Gutwein bereits aus ihrer Zeit als Geschäftsführerin des SkF-Landesverbands Bayern kennt und ebenfalls Soroptimistin ist. Sie würdigte deren Engagement daher auch in einer ganz persönlichen und herzlichen Rede, in dem sie auch das Motto dieses Abends vorgab. Dafür hatte die Laudatorin einen Ausspruch von Albert Einstein in abgewandelter Form zitiert: „Der Sinn des Lebens besteht nicht nur darin, ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern auch ein wertvoller.“

Dass diese Beschreibung auf Marianne Gutwein zutrifft, erläuterte die amtierende Präsidentin des Bayerischen Landesfrauenrats im Anschluss an zahlreichen Beispielen. Im Zuge dessen blickte sie auf die ältere und jüngere Vergangenheit im Leben der Preisträgerin zurück, deren Persönlichkeit schon immer durch „Werte wie Fleiß, Zuverlässigkeit, Mut und Standhaftigkeit“ gekennzeichnet gewesen sei und die heute zusammen mit mehr als 30 hauptamtlichen und rund 150 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern allein „rund 1.000 hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche“ im Jahr betreut.

„Doch damit nicht genug. Für Dich als erste Vorsitzende stehen zahlreiche weitere Aufgaben an: Finanzwesen, Spendenakquise, Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr“, verdeutlichte Meier-Pojda weiter. So habe Frau Gutwein, die sich ebenso in weiteren Gremien engagiert, vor allem auch bei ihrem jüngsten Projekt, dem Bau des Kinder-, Frauen und Familienhilfezentrums des SkF sowie des Amberger Frauenhauses beispiellose Tatenkraft, Hartnäckigkeit und Verhandlungsgeschick bewiesen. Im Zuge dessen habe es gegolten, „die beträchtliche Summe von 3,4 Millionen Euro zusammenzutragen, die für beide Projekte nötig war. Es ist Dir mit Bravour gelungen“, so die Frauenratspräsidentin.

Ihr Resümee, Marianne Gutwein habe diesen Frauenpreis „mehr als verdient“, teilten auch die beiden weiteren Referentinnen dieses Abends, die Amberger Clubpräsidentin Heidi Heckmann sowie die Präsidentin von Soroptimist International (SI) Deutschland Manuela Nitsche. Die 54-jährige Goldschmiedemeisterin aus München war erst am 15. Juni 2024 einstimmig gewählt worden, nachdem sie die Geschicke des deutschen Verbandes am 1. Januar kommissarisch übernommen hatte, da die designierte Präsidentin dieses Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht hatte antreten können.

Manuela Nitsche, die bereits am Mittag angereist war und die Stadt Amberg unter anderem im Rahmen einer Stadtführung erkundete, kam die Aufgabe zu, die seit mehr als 100 Jahren bestehende, internationale Vereinigung der „Soro – was?“, wie Heidi Heckmann einleitend bemerkt hatte, genauer zu erläutern. Dabei machte sie deutlich, dass SI weltweit mit rund 66.000 Mitgliedern in 120 Ländern sowie mit rund 7.000 Mitgliedern in 224 Clubs in Deutschland vertreten ist.

Sie als Präsidentin für Deutschland verfolge nun das Ziel einer wichtigen Veränderung: weg vom bisher vorherrschenden Charity- bzw. Servicegedanken, hin zu mehr „Advocacy“ und somit einer Nichtregierungsorganisation (NGO), die verstärkt für die Themen der Zukunft eintreten wolle und werde. Dem Amberg-Sulzbacher Club dankte die Präsidentin für seine öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen wie diesen Frauenpreis, aber auch die Tatsache, dass Maria Geiss-Wittmann auf deren Initiative hin zum ersten Ehrenmitglied von SI-Deutschland ernannt wurde. Diese seien bestens geeignet, Soroptimist International und deren Ideen „in die Welt zu tragen und bekannter zu machen“.


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